ENVERUM beim VDI-/ITAD-Spezialtags „CO₂-Abscheidung an Abfallbehandlungsanlagen – Was ist derzeit möglich?“ in Würzburg

ENVERUM beim VDI-/ITAD-Spezialtags „CO₂-Abscheidung an Abfallbehandlungsanlagen – Was ist derzeit möglich?“ in Würzburg

CO₂-Emissionen belastbar ermitteln – Zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit

VDI-/ITAD-Spezialtag 2025: ENVERUM zeigt Wege zu einer praxisgerechten CO₂-Bilanzierung in Abfallverbrennungsanlagen

Im Rahmen des VDI-/ITAD-Spezialtags „CO₂-Abscheidung an Abfallbehandlungsanlagen – Was ist derzeit möglich?“ am 29. September 2025 in Würzburg referierte Dr. Martin Pohl, Geschäftsführer der ENVERUM GmbH, über die Herausforderungen und Lösungsansätze bei der belastbaren Ermittlung von CO₂-Emissionen.

Warum ist eine belastbare CO₂-Ermittlung so entscheidend?

Mit der zunehmenden Integration thermischer Abfallbehandlungsanlagen in den Emissionshandel, der Umsetzung der Carbon-Management-Strategie (CMS) sowie der Entwicklung von CO₂-Abscheidungsprojekten (CCUS) wird die qualitativ hochwertige, nachvollziehbare und prüfbare CO₂-Bilanzierung zur zentralen Voraussetzung für:

  • Investitionsentscheidungen in CO₂-Abscheidung

  • Emissionshandelsabrechnungen

  • Abzug biogener CO₂-Anteile

  • Genehmigungs- und Überwachungsverfahren

  • Entwicklung dauerhafter CO₂-Entnahme-Zertifikate

Welche Wege gibt es zur Ermittlung von CO₂-Emissionen?

Die ENVERUM-Analyse unterscheidet grundsätzlich drei Ansätze:

Standard-Faktoren und Brennstoffbilanzierung

Basierend auf Heizwerten, Abfallmengen und Emissionsfaktoren (z. B. EBeV 2030).
Vorteile:

  • etabliert

  • administrativ umsetzbar

Nachteile:

  • eingeschränkte Genauigkeit

  • biogene Anteile oft nur pauschal berücksichtigt

Kontinuierliche Emissionsmessung (KEMS)

Messung von:

  • CO₂-Konzentration

  • Abgasvolumenstrom

Mit Fehlerfortpflanzungsansätzen lassen sich Messunsicherheiten transparent darstellen

Bestimmung des biogenen CO₂-Anteils

Für den Emissionshandel ist der Abzug des biogenen Anteils entscheidend.

Aktuelle Methoden:

  • ¹⁴C-Methode (ISO 13833)
    → sehr genau, aber nicht echtzeitfähig (Laboranalyse erforderlich)

  • Bilanzenmethode (ISO 18466)
    → basiert auf CO₂,max als Brennstoffkenngröße
    → erfordert komplexe Algorithmen und zusätzliche Software

CO₂,max als Plausibilisierungsinstrument

Ein innovativer Ansatz ist die Nutzung von CO₂,max als Brennstoffkenngröße:

  • Charakteristische CO₂-O₂-Beziehungen

  • Abgleich mit theoretischen Verbrennungsparametern

  • Erkennung von Betriebszuständen (z. B. Anfahren, Stützfeuerung)

Diese Methode ermöglicht:

  • Plausibilisierung der Emissionsdaten

  • Erkennung von Messabweichungen

  • Validierung der Bilanzierung

Plausibilitätsprüfungen – unverzichtbar für belastbare Ergebnisse

Eine robuste CO₂-Ermittlung erfordert mehr als Einzelmessungen.

Notwendig sind:

  • Abgleich Eingangswaage ↔ Kranwaage

  • Online-Bilanzierung

  • Abgleich Heizwert ↔ CO₂-Fracht

  • Überwachung O₂ und CO₂ über CO₂,max

  • Validierung über Massen-, Stoff- und Energiebilanzen

Nur durch diese Mehr-Ebenen-Prüfung entstehen belastbare, prüffähige Emissionswerte.

CO₂-Abscheidung und 17. BImSchV – neue regulatorische Fragen

CO₂-Abscheidemaßnahmen beeinflussen:

  • Abgaszusammensetzung

  • Bezugs-Sauerstoffgehalt

  • gemessene Schadstoffkonzentrationen

Damit stellt sich die regulatorische Frage, ob perspektivisch eine Anpassung der 17. BImSchV erforderlich wird

CO₂ könnte künftig – ähnlich wie NOₓ – stärker in den Fokus der Überwachung rücken.

Fazit: Zwischen Theorie und Praxis

Die Kernerkenntnisse des Vortrags:

  • Eine belastbare CO₂-Ermittlung ist Grundlage für CCUS-Projekte.

  • KEMS müssen weiter praxisgerecht etabliert werden.

  • Die Bestimmung biogener CO₂-Anteile ist methodisch anspruchsvoll.

  • Vereinfachte Bilanzierungsansätze können helfen, Messtechnik zu validieren.

  • Standardisierte und zertifizierte Lösungen sind dringend erforderlich

ENVERUM – Ingenieurkompetenz für belastbare CO₂-Bilanzen

ENVERUM unterstützt Betreiber thermischer Abfallbehandlungsanlagen bei:

  • Entwicklung von CO₂-Monitoringkonzepten

  • Plausibilisierung von Emissionsdaten

  • Integration von KEMS

  • Massen-, Stoff- und Energiebilanzierung

  • Vorbereitung auf Emissionshandel und CCUS

  • Strategische Beratung zur Carbon-Management-Strategie

Belastbare Daten sind die Grundlage für tragfähige Investitionen.

Wenn Sie Fragen zur CO₂-Ermittlung, zur Bestimmung biogener Anteile oder zur Integration von CCUS in Ihre Anlage haben, sprechen Sie uns an.

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Ingenieurgesellschaft für Energie- und Umweltverfahrenstechnik mbH

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